Am 23. Oktober veranstaltete das „Klimabündnis Tirol“ in Kooperation mit dem Land Tirol die 1. Tiroler Mobilitätskonferenz im Landhaus. Unter dem Motto „Aktive Mobilität macht Schule“ tauschten sich rund 90 Vertreter:innen aus Gemeinden und Schulen aus, wie sie sichere und attraktive Wege schaffen können.
Sichere Schulwege als Schlüssel für Zukunft und Gesundheit
Die erste Tiroler Mobilitätskonferenz hat sich zum Ziel gesetzt, aktive Mobilität im Alltag von Gemeinden, Schulen und Familien zu verankern – und dafür die richtigen Rahmenbedingungen, Sicherheit und mehr Bewusstsein zu schaffen. Gerade für Kinder braucht es Möglichkeiten, sicher und selbstständig zur Schule zu kommen – ohne Angst vor Verkehr oder Gefahrensituationen. Denn wenn Kinder ihren Schulweg aktiv zurücklegen, gewinnen sie an Bewegung, Selbstvertrauen und Unabhängigkeit. Doch das ist vielerorts noch keine Selbstverständlichkeit.
Kleine Schritte mit großer Wirkung
Zu Beginn der Veranstaltung im Landhaus zeigte Keynote-Speakerin Elisabeth Meze wie aus Ideen echte Veränderungen werden. Die ehemalige Lehrbeauftragte und Klimawissenschaftlerin sprach in ihrem Vortrag „Einfach mal machen – kleine Schritte mit großer Wirkung“ über den Mehrwert von gerechter Verteilung des öffentlichen Raums: „Straßen sind kein Verkehrsproblem – sie sind unsere größte soziale Chance. Wenn sie für alle funktionieren, gewinnen Klima, Sicherheit und Zusammenhalt zugleich“, so Meze. Zudem motivierte sie die Teilnehmenden, ins Handeln zu kommen und einfach mal die ersten Schritte zu setzen.
Auch Andrä Stigger, Geschäftsführer von Klimabündnis Tirol, schätzt den Mut zur Umsetzung: „Als größtes Klimaschutznetzwerk bringen wir Gemeinden und Schulen aus ganz Tirol zusammen. In dieser Vernetzung liegt eine große Qualität, denn durch den Austausch werden die Akteur:innen inspiriert und kommen ins Handeln. Durch die Vorbildmaßnahmen wird gezeigt: Die Umsetzung muss nicht schwierig sein – gute Ideen kann man einfach nachahmen.“
In den Schwerpunkt-Sessions wurde präsentiert, wie solche wegweisenden Projekte bereits erfolgreich umgesetzt wurden. Sie gaben praxisnahe Einblicke, welche Schritte zum Ziel führten und wie sie konkret in den Gemeinden angewandt werden können. Das Pilotprojekt der Schulstraße Landeck, das seit diesem Jahr Schüler:innen einen attraktiven und nachhaltigen Schulweg bietet, diente als Praxisbeispiel.
Auch das Fußverkehrskonzept in Lienz, Oberlienz und Dölsach diente als Denkanstoß und erhielt zahlreiche positive Rückmeldungen. Ein weiteres Thema war die Bewältigung der letzten Meile – vom Bahnhof nach Hause oder zur Arbeit – mithilfe von Regioflink, Leihrädern, Radboxen und Co. Wie Bürger:innen partizipativ eingebunden werden können und gute Kommunikation funktioniert, zeigte das Beispiel Bike-Bus Kössen.
Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) gab Einblicke in die Geschwindigkeitsreduktion in schutzbedürftigen Bereichen, während die KLAR! Oberes Gericht ihr attraktives Öffi-Haltestellen-Konzept präsentierte.
Auch LH-Stv. Philip Wohlgemuth betont die Wichtigkeit sicherer Verkehrswege und wie wichtig ein gutes Radwegenetz ist: „Rund die Hälfte aller Alltagswege in Tirol ist kürzer als drei Kilometer – ideale Distanzen für das Fahrrad. Das Land Tirol fördert diesen nachhaltigen Trend gezielt durch den Ausbau eines sicheren und gut vernetzten Radwegenetzes. Mit der Radstrategie 2030 haben wir einen klaren Fahrplan für die Zukunft: mehr Radverkehr in Tirol, eine deutliche Erhöhung der Verkehrssicherheit und die Positionierung Tirols als führendes Radland in den Alpen.“
Mobilitätslandesrat René Zumtobel unterstreicht: „Aktive Mobilität gelingt nur gemeinsam. Das Mobilitätsprogramm Tirol 2030 begleitet Gemeinden, Vereine und Bildungseinrichtungen auf ihrem Weg zu klimafreundlicher Mobilität und stärkt das Bewusstsein für gesunde, aktive Wege im Alltag. Jedes Projekt, das vor Ort umgesetzt wird, zeigt: Nachhaltige Mobilität beginnt im Kleinen und wirkt weit über die Gemeindegrenzen hinaus. Wir alle können und sollen von diesen positiven Projektbeispielen profitieren und lernen, also: Kopieren ausdrücklich erlaubt!“
Auszeichnung für PRO-BYKE und PRO-FUSS Gemeinden
Im Rahmen der Konferenz wurden außerdem die neue PRO-BYKE Gemeinde Matrei in Osttirol und PRO-FUSS Gemeinde Zirl ausgezeichnet. Diese beiden Initiativen von Klimabündnis Tirol fördern konkrete Maßnahmen für eine Verbesserung des Rad- und Fußverkehrs. Mit einer umfassenden Beratung vor Ort konnten so Gefahrenstellen reduziert, Radabstellplätze geschaffen und Sicherheit gefördert werden.
Die Veranstalter:innen zeigen sich zufrieden mit dem vernetzungsreichen Nachmittag voller zukunftsweisender Good Practices.




