Bei der Gemeindeversammlung wurden aktuelle Projekte, Infrastrukturmaßnahmen und Perspektiven für den Ortskern vorgestellt.
Am 24. März fand in der Mehrzweckhalle Walchsee die diesjährige öffentliche Gemeindeversammlung statt. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung und nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Entwicklungen in der Gemeinde zu informieren.
Nach der Begrüßung präsentierte Bürgermeister Ekkehard Wimmer aktuelle Gemeindedaten sowie einen Überblick über Budget, laufende Projekte und geplante Vorhaben. Im Anschluss hatten die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, Fragen zu stellen und ihre Anliegen einzubringen. Der offene Austausch zeigte einmal mehr, wie wichtig der direkte Dialog zwischen Gemeinde und Bevölkerung ist, um Walchsee gemeinsam weiterzuentwickeln.
Infrastruktur im Fokus: Wasser, Kanal und Straßen
Ein zentrales Thema der Gemeindeversammlung war die Sicherung und Weiterentwicklung der kommunalen Infrastruktur. „Wasser, Kanal und Straßen sind Dauerthemen“, betonte Bürgermeister Wimmer.
Besonders im Fokus steht derzeit das Projekt „Trinkwasserversorgung Neu“. Dabei soll das bestehende System durch einen Tiefbrunnen im Bereich der Hausbergstraße sowie einen neuen Hochbehälter bei der Ottenalmquelle ergänzt werden. Erste Vorarbeiten – darunter Bohrungen, Planungen und ein erfolgreicher Dauerpumptest – wurden bereits durchgeführt.
Für das Jahr 2026 sind weitere Schritte geplant: Der Antrag auf wasserrechtliche Bewilligung wurde gestellt, zudem laufen Gespräche zur Ausweisung eines Schutzgebietes.
Vorgesehen sind ein Tiefbrunnen (Gründe „Hausbergstraße“) mit einer Tiefe von etwa 20 bis 38 Metern sowie ein Hochbehälter im Bereich der Ottenalmquelle mit einem Fassungsvermögen von rund 800 Kubikmetern. Die Gesamtkosten des Projekts werden derzeit auf etwa drei Millionen Euro geschätzt.
Wohnraum schaffen und Verkehr sicherer machen
Mit dem Trinkwasserprojekt verbunden ist auch ein weiteres wichtiges Vorhaben: Auf einem über zwei Hektar großen Grundstück an der Hausbergstraße soll neben dem Brunnen auch gemeinnütziger Wohnbau entstehen. Zusätzlich ist die Erschließung der Marschbachgründe im Ortsteil Schwaigs für den Gemeindewohnbau geplant.
Auch im Bereich Verkehr sind Verbesserungen vorgesehen. Anfang April startete der Bau einer eigenen Abbiegespur an der Seestraße auf Höhe des Spar-Marktes. Die Maßnahme soll die Verkehrssicherheit erhöhen und wird rund 600.000 Euro kosten, wobei das Land Tirol die Hälfte der Kosten übernimmt.
Darüber hinaus werden im Bereich „Erharter/Sennerei“ Kanal- und Wasserleitungen auf einer Länge von rund 550 Metern mit insgesamt zehn Schächten erneuert. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 390.000 Euro.
Lebensqualität stärken: Freizeit, Ortsbild und Digitalisierung
Gemeinsam mit dem Tourismusverband arbeitet die Gemeinde außerdem an der Erweiterung des Spielplatzes Oberbergweide. Für die erste Bauphase wurden Spielgeräte im Wert von rund 30.000 Euro angeschafft. Neben zusätzlichen Spielmöglichkeiten sind auch Calisthenics-Geräte vorgesehen. Ein Großteil der Arbeiten erfolgt in Eigenregie.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der langfristigen Gestaltung des Ortsbildes. Der Gestaltungsbeirat unterstützt die Gemeinde dabei, Baukultur zu erhalten und Projekte im Sinne des Stadt- und Ortsbildschutzgesetzes zu begleiten.
Auch beim Ausbau der digitalen Infrastruktur kommt Walchsee voran. Ziel ist eine flächendeckende Glasfaseranbindung im gesamten Gemeindegebiet. Die Ortsteile Oberwinkl und Schwaigs sollen bis 2027 angeschlossen werden. Das Gesamtprojekt umfasst rund 2,1 Millionen Euro und wird von Land Tirol und Bund unterstützt.
Zukunftswerkstatt: Perspektiven für den Ortskern
Im Rahmen der Gemeindeversammlung wurde außerdem ein Zukunftsbild für den Ortskern von Walchsee präsentiert. Gemeinsam mit den Planungsbüros stadtland und Rosinak & Partner hat die Gemeinde ein Konzept erarbeitet, das den Ortskern langfristig stärken und weiterentwickeln soll.
Im Mittelpunkt stehen fünf Leitgedanken: neues Leben im Ortskern, die bessere Verbindung von Plätzen und Grünräumen, die Stärkung des Ortsbildes, mehr Sicherheit im Verkehr sowie eine schrittweise Umsetzung realistischer Maßnahmen.
Ziel ist es, den Ortskern attraktiver zu gestalten, Aufenthaltsräume zu verbessern und sichere Wege für Fußgängerinnen und Fußgänger zu schaffen. Gleichzeitig sollen historische Strukturen erhalten bleiben und neue Entwicklungen maßvoll integriert werden.
Die vorgestellten Ideen sind als langfristige Perspektive gedacht. Eine Umsetzung kann nur schrittweise erfolgen und hängt unter anderem von finanziellen Möglichkeiten, Genehmigungen und der Zusammenarbeit mit privaten Eigentümerinnen und Eigentümern ab.
Zum Abschluss der Versammlung nutzten viele Bürgerinnen und Bürger noch einmal die Gelegenheit zum Austausch. Die Veranstaltung zeigte deutlich, wie wichtig das gemeinsame Gespräch über die Zukunft der Gemeinde ist.




