Zwischen März und April stand in den Bereichen Ramsbach und Schwemm wieder alles im Zeichen des Amphibienschutzes. Entlang der Wanderstrecken wurde ein Amphibienzaun errichtet, um Frösche, Kröten und Molche auf ihrem Weg zu den Laichgewässern vor dem Straßenverkehr zu schützen. Rund zehn engagierte ehrenamtliche Helferinnen und Helfer betreuten den Zaun täglich – jeweils in den frühen Morgenstunden und am Abend. Dabei wurden die Tiere eingesammelt und sicher über die Straße gebracht.

Diese Form des Naturschutzes ist aufwendig, aber notwendig: Amphibien zählen zu jenen Tiergruppen, die besonders stark unter menschlichen Eingriffen leiden. Sie wandern jedes Frühjahr zwischen Winterquartier und Laichgewässer und sind dabei auf sichere Übergänge angewiesen.

Deutlicher Rückgang der Bestände

Die diesjährige Bilanz stimmt jedoch nachdenklich. Während im Jahr 2018 noch rund 4.000 Tiere in den Bereichen Ramsbach und Schwemm gezählt wurden, waren es heuer nur mehr knapp 1.000. Ein Rückgang um etwa drei Viertel innerhalb weniger Jahre – eine Entwicklung, die auch überregional beobachtet wird.

So berichten aktuelle Untersuchungen aus Tirol, dass die Amphibienbestände im Inntal insgesamt stark unter Druck stehen. Viele Arten sind bereits selten geworden oder sogar verschwunden.

Mögliche Ursachen für den Rückgang

Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig und greifen oft ineinander:

  • Der Verlust von Lebensräumen spielt eine zentrale Rolle: Feuchtgebiete wie Tümpel, Auen und kleine Gewässer werden zunehmend zerstört oder trockengelegt. Gerade diese Lebensräume sind für die Fortpflanzung der Amphibien entscheidend, wie der WWF Österreich betont.
  • Auch die Zerschneidung der Landschaft durch Straßen und Siedlungen stellt ein großes Problem dar. Wanderungen werden dadurch gefährlicher oder oft unmöglich, ebenfalls ein Aspekt, auf den der WWF Österreich hinweist.
  • Studien der Universität Innsbruck zeigen zudem, dass intensive Landwirtschaft und der Einsatz von Pestiziden Gewässer belasten und sich direkt auf die empfindlichen Tiere auswirken.
  • Zusätzlich können Krankheiten wie der sogenannte Chytridpilz Amphibienpopulationen erheblich schwächen, wie das Land Tirol informiert.
  • Nicht zuletzt beeinflusst auch der Klimawandel durch veränderte Temperatur- und Niederschlagsmuster die Lebensräume zunehmend.

Expertinnen und Experten betonen, dass meist nicht ein einzelner Faktor verantwortlich ist, sondern das Zusammenspiel mehrerer Belastungen.

Jede langsame Fahrt hilft

Neben den Schutzmaßnahmen durch Zäune und ehrenamtliche Helferinnen und Helfer kann auch jede einzelne Verkehrsteilnehmerin und jeder Verkehrsteilnehmer einen Beitrag leisten. Bereits eine reduzierte Geschwindigkeit in bekannten Wanderbereichen erhöht die Überlebenschancen der Tiere deutlich. Viele Amphibien sterben nicht nur durch direktes Überfahren, sondern auch durch den Luftdruck schneller Fahrzeuge. Langsames und aufmerksames Fahren kann daher unmittelbar Leben retten.

Ehrenamt als wichtiger Beitrag zum Artenschutz

Trotz der alarmierenden Zahlen zeigt der Einsatz der freiwilligen Helferinnen und Helfer, wie wichtig lokales Engagement ist. Amphibienzäune und tägliche Kontrollen retten jedes Jahr zahlreiche Tiere und tragen dazu bei, Populationen zumindest zu stabilisieren.

Ein herzliches Dankeschön

Ein besonderer Dank gilt den rund zehn freiwilligen Helferinnen und Helfern vor Ort. Ihr täglicher Einsatz – bei jedem Wetter, früh am Morgen und am Abend – ist ein unverzichtbarer Beitrag zum Schutz der heimischen Tierwelt und verdient große Anerkennung.

Der Schutz der Amphibien bleibt damit eine gemeinsame Aufgabe: von Naturschutzorganisationen, Gemeinden und nicht zuletzt den vielen Ehrenamtlichen vor Ort.

(Waldner Maria – Amphibienbeauftragte für die Gemeinde Walchsee)