Stimmabgabe zur Erhöhung der Nächtigungsabgabe

Strategieprozess zur Profilschärfung der Region – Erhöhung Nächtigungsabgabe

Der Tourismusverband Kaiserwinkl hielt am 14. Jänner seine 21. Vollversammlung im Veranstaltungszentrum Kaiserwinkl in Kössen ab. Neben Rückblicken auf das vergangene Tourismusjahr standen vor allem Weichenstellungen für die Zukunft des Verbandes auf der Tagesordnung. Zentrale Entscheidung war die Erhöhung der Nächtigungsabgabe: Ab 1. Dezember 2026 wird diese von derzeit 2,60 € auf 3,90 € angehoben.

Obmann Hans Knoll zog bei der Vollversammlung eine erste Bilanz über sein erstes Jahr an der Spitze des Tourismusverbandes. „Es ist mehr Arbeit als gedacht“, stellte Knoll offen fest. Gleichzeitig dankte er seinem Stellvertreter Georg Kaltschmid für die Unterstützung und zeigte sich insgesamt zufrieden mit der Entwicklung im vergangenen Jahr. Positiv hob er insbesondere die Bestellung von Katrin Pühringer zur neuen Geschäftsführerin hervor, die die Nachfolge von Thomas Schönwälder angetreten hat. Gemeinsam seien bereits neue Veranstaltungsformate entwickelt und teilweise umgesetzt worden. Ein besonderes Anliegen sei zudem eine intensivere und regelmäßige Kommunikation mit den Vermietern, die künftig zweimal jährlich vor Saisonbeginn stattfinden soll.

Geschäftsführer Thomas Schönwälder informierte im Anschluss über die im vergangenen Jahr umgesetzten Projekte, während Geschäftsführerin Katrin Pühringer einen Ausblick auf laufende und geplante Vorhaben gab. Beim Egaschtfest sollen künftig die Walchseer Vereine stärker in die Planung und Umsetzung eingebunden werden, da der Tourismusverband organisatorisch an seine Grenzen stößt. Das Schmugglerfest ist als grenzüberschreitende Veranstaltung angedacht, entsprechende Gespräche laufen bereits. Positiv hervorgehoben wurde zudem die Verlängerung des Loipengütesiegels durch das Land Tirol bis 2028. Um den wachsenden Herausforderungen im Winterbetrieb zu begegnen, wurde außerdem ein sogenannter „Trailmaster“ zur effizienteren Schneeverteilung angeschafft.

Weitere Investitionen betrafen neue Bushaltestellen beim Motorikpark sowie die Neugestaltung des Ostufers am Walchsee. In dieses Projekt – inklusive Beachbar, Spielplatz und Parkflächen – flossen insgesamt rund 800.000 €, getragen von den Gemeinden Walchsee und Kössen sowie dem Tourismusverband Kaiserwinkl.

Das Tourismusjahr 2024 wurde von der Geschäftsführung als schwierig bezeichnet und schloss mit einem Minus von rund 485.000 € ab. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass die Betriebsmittelrücklagen nicht ausreichend dotiert sind. Das Jahr 2025 wird daher als Konsolidierungsjahr gesehen. Laut Geschäftsführer Schönwälder entwickeln sich die aktuellen Kennzahlen jedoch sehr positiv.

Unter dem Titel „Zukunft Kaiserwinkl“ wurde ein neuer Strategieprozess vorgestellt, der in Kürze startet. Ziel sei es zunächst, das Profil der Region weiter zu schärfen, ehe darauf aufbauend konkrete Projekte entwickelt werden. „Der Strategieprozess soll Orientierung geben, Prioritäten festlegen und die nachhaltige Entwicklung des Tourismus im Kaiserwinkl absichern“, erklärte Geschäftsführerin Katrin Pühringer. Jasmin Rubner von der Agentur brandlovestory verwies darauf, dass weltweit rund 10.000 Destinationen vermarktet werden und allein in Tirol 34 Tourismusverbände um Aufmerksamkeit konkurrieren. Der Strategieprozess soll im März starten, die Bevölkerung im Kaiserwinkl wird dabei mittels einer Umfrage aktiv eingebunden.

Zum Abschluss wurde über die Erhöhung der Nächtigungsabgabe abgestimmt. Durch die Anpassung stehen dem Verband künftig rund eine Million Euro zusätzlich zur Verfügung, finanziert durch den Gast. Die zusätzlichen Mittel sind zweckgebunden und sollen unmittelbar der Weiterentwicklung der Region zugutekommen. Geplant sind Investitionen in Qualität, Angebotsentwicklung, Infrastruktur, Mobilität und eine starke Vermarktung. Konkret ist ab der Sommersaison 2027 eine Attraktivierung der Kaiserwinkl-Card vorgesehen: Ab einem Aufenthalt von drei Nächten soll eine kostenlose Berg- und Talfahrt inkludiert sein.

Der Aufsichtsrat hatte dem Vorschlag mit zwei Gegenstimmen zugestimmt. In der Vollversammlung wurde der Antrag schließlich mit 894 zu 441 Stimmpunkten angenommen, was einem Kopfstimmenverhältnis von 68 zu 27 entsprach. Obmann Knoll betonte abschließend, dass es wichtig sei, im Austausch zu bleiben und dankte unter anderem den Grundbesitzern, die ihre Flächen für Freizeit- und Erholungsangebote zur Verfügung stellen.

Jasmin Rübner referierte über den geplanten Strategieprozess
Obmann Hans Knoll zog Bilanz über das erste Jahr seiner Obmannschaft