1.800 Teilnehmer quälten sich am heißesten Wochenende durch den Triathlon

Am letzten Juni-Wochenende stand der Kaiserwinkl ganz im Zeichen des Triathlons: Bei der Challenge Kaiserwinkl-Walchseetrotzten hunderte Athletinnen und Athleten sowie zahlreiche Helferinnen und Helfer den außergewöhnlich hohen Temperaturen. Das wohl heißeste Rennwochenende der Veranstaltungsgeschichte verlangte allen Beteiligten Höchstleistungen ab.

„Es gibt keine Kompromisse, wenn es um die Gesundheit geht“, betonte Zibi Szlufcik, Präsident der Challenge Family, beim Pressegespräch am Freitag. Als Reaktion auf die Hitzewelle wurden zusätzliche Kühlstationen eingerichtet und entlang der Laufstrecke Duschen aufgebaut, die den Sportlern etwas Abkühlung verschafften. Den Athleten war bewusst, dass unter diesen Bedingungen keine Bestzeiten möglich sein würden. „Es wird hart, aber ich versuche, es trotzdem zu genießen“, sagte der spätere Sieger Fabian Kraft bereits vor dem Start.

Titelverteidiger Tjebbe Kaindl musste krankheitsbedingt auf einen Start verzichten. Am Ende waren es Nina Derron (Schweiz) und Fabian Kraft (Deutschland), die nicht nur die anspruchsvolle Strecke, sondern auch die Hitze meisterten und sich mit Zeiten von 4:08:47 beziehungsweise 3:36:33 den Sieg sicherten.

Aufgrund der hohen Wassertemperaturen durfte heuer nicht mit Neoprenanzug geschwommen werden. Nina Derron verließ das Wasser noch mit rund einer halben Minute Rückstand, übernahm jedoch bereits nach zwölf Kilometern auf dem Rad die Führung und gab diese bis ins Ziel nicht mehr ab. Nach den abschließenden 21 Laufkilometern gewann sie in 4:08:47 Stunden mit nur 16 Sekunden Vorsprung auf Justine Guerard (Frankreich). Rang drei ging an Sara Sandrini (Italien).

Im Ziel zeigte sich Derron beeindruckt von der Organisation: „Ich war überrascht, wie viele Verpflegungsstationen und Helfer es auf der Rad- und Laufstrecke gab. Die Freiwilligen waren unglaublich und stehen wahrscheinlich noch immer draußen. Sie sind die wahren Kämpfer des Tages.“

Bei den Männern kam Fabian Kraft als Erster aus dem Wasser, dicht gefolgt von einer großen Verfolgergruppe. Auf der wegen Straßenbauarbeiten auf 80 Kilometer verkürzten Radstrecke wechselten die Positionen laufend. Erst auf den letzten zehn Kilometern reduzierte sich die Spitzengruppe auf fünf Athleten. Bereits nach dem ersten Laufkilometer setzte sich Kraft an die Spitze und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus. Während die Hitze im weiteren Rennverlauf immer mehr Tribut forderte, lief der Deutsche souverän seinem Sieg entgegen und gewann die Challenge Kaiserwinkl in 3:36:33 Stunden.

„Es war ein großartiges Rennen, aber natürlich auch ein unglaublich heißes. Von Beginn an war es ein Kampf gegen die Hitze und gegen mich selbst“, sagte Kraft nach seinem Erfolg. „Ich freue mich riesig über den Sieg und komme nächstes Jahr gerne wieder. Das Organisationsteam hat fantastische Arbeit geleistet, und es war definitiv die richtige Entscheidung, das Rennen wie geplant durchzuführen. Ein großes Dankeschön gilt allen Unterstützern und Freiwilligen entlang der Strecke. Auf der Laufstrecke gab es alle 300 Meter Wasser zur Abkühlung – oft ist es für die Helfer in der Hitze sogar noch anstrengender als für uns Athleten.“

Auch aus touristischer Sicht zog der Tourismusverband Kaiserwinkl eine äußerst positive Bilanz. Neben dem erfolgreichen Rennwochenende profitiert die Region langfristig von der Veranstaltung: Viele Triathletinnen und Triathleten reisen gemeinsam mit Familie und Freunden an und kehren im Laufe des Jahres zurück, um sich auf Wettkämpfe vorzubereiten und die vielfältigen sportlichen Möglichkeiten im Kaiserwinkl zu nutzen. Die Challenge Kaiserwinkl-Walchsee ist damit längst nicht nur ein internationales Sportereignis, sondern auch ein wichtiger touristischer Impulsgeber für die Region.

Kurze Abkühlung beim Laufen

Fotos: Eberharter