Käseanschnitt durch die Vertreter der regionalen Sennereien

„Ich habe mich im und in den Kaiserwinkl verliebt!“

Bericht von Brigitte Eberharter

Thomas Schönwälder

In wenigen Wochen wird Thomas Schönwälder sein Amt als Geschäftsführer des TVB Kaiserwinkl endgültig zurücklegen und seinen beruflichen Ruhestand antreten. Diese Veränderung weckt Erinnerungen an seine Erlebnisse sowie Herausforderungen und stimmt ihn beinahe ein wenig sentimental.

„Was ich in all den Jahren getan habe, darüber schreiben wir nicht, das interessiert heute keinen mehr“, meinte Thomas beim Interview und damit wird er wohl Recht haben. Wer seine Arbeiten verfolgt hat, der weiß es ohnehin und für den Rest sind es längst vergangene Geschichten – die oftmals viel Feingefühl verlangt haben, um eine bestmögliche Lösung für die Region zu finden.

Thomas Schönwälder ist gebürtiger Steirer und seine erste Arbeitsstelle war die des Büroleiters beim TVB Waidring. Schon damals ist er immer wieder zum Walchsee gefahren, weil es ihm da so gut gefallen hat. Im Jahr 2000 wurde dann die Stelle des Geschäftsführers des TVB Walchsee ausgeschrieben und so hat er sich dort beworben und die Stelle auch bekommen. „Ich kann heute sagen, dass ich mich in den Kaiserwinkl wirklich verliebt habe“, gesteht Thomas und fährt fort: „Manchmal habe ich ja den Verdacht, dass die Kaiserwinkler gar nicht erkennen, in welchem privilegierten Teil der Welt sie leben. Wenn man im See schwimmt und auf die Berge des Zahmen Kaisers schaut, dann ist das ja schon fast kitschig schön.“ Auch die Tatsache, dass der Kaiserwinkl ein weites Tal ist, hat ihm als Steirer geholfen, denn niemals hätte er im Tiroler Oberland leben können, wo die Berge hinterm Haus ansteigen.

Dankbar ist der scheidende Geschäftsführer dafür, dass er zwei lange Perioden für den TVB Kaiserwinkl arbeiten durfte. Erstmals von 2000 bis 2010, dann ereilte ihn ein Ruf aus der Heimat und er wechselte in die Weinbranche. Nach drei Jahren verließ sein Nachfolger den Kaiserwinkl wieder und für Thomas stand fest, dass er lieber wieder in Tirol arbeiten würde. Also folgte die zweite Geschäftsführer-Periode von 2013 bis 2026.

Das Wohl für die Region im Auge

Auch wenn Thomas nicht will, dass man bestimmte Erfolge hervorhebt, so ist es zumindest die „Kreative Sommerwerkstätte“ wert, Erwähnung zu finden. Diese wurde unter seiner Führung kreiert und war von Anfang an ein absoluter Renner. In diesen Angeboten lässt sich Vieles vereinen, etwa die Aktivitäten der Gäste und Einheimischen mit den Kleinoden der Region, wie der Schwemm, dem Taubensee, oder die wunderbare Natur generell. Drei Golfplätze sind ein Alleinstellungsmerkmal im touristischen Sinne, ebenso das Paragleitzentrum und drum herum gibt es so viele wunderbare Plätze, die für die einheimische Bevölkerung selbstverständlich sind, für Gäste jedoch ein Wow-Gefühl erzeugen und sie zu „Wiederholungstätern“ machen.

Im Kaiserwinkl ist Thomas aber auch der Frau seines Lebens begegnet. Nadja ist ebenfalls gebürtige Steirerin und so leben die beiden heute in Leibnitz. Die vergangenen Jahre pendelte Thomas fast wöchentlich zwischen Tirol und der Steiermark hin und her und viele dieser Fahrten werden ihm nun erspart bleiben. Da seine Frau mit ihrer Internet-Agentur viele Kunden in Tirol und im bayerischen Raum hat, wird es erfreulicherweise immer wieder ein Wiedersehen mit Freunden geben. „Aktiv in die Firma meiner Frau werde ich nicht einsteigen, aber ich kann mir vorstellen, dass ich kleinere Aufgaben erledigen werde und vor allem auch Chauffeur bin, wenn es wieder nach Tirol geht.“

Der Kaiserwinkl – wo Käse und Genießer aufeinander treffen

Nirgendwo in Österreich gibt es auf so kleinem Gebiet so viele professionelle Käseproduzenten. Beim Kaiserwinkl Kasfest waren sie alle vertreten – ebenso wie die Käsefreunde, die sich so ein Erlebnis unter freiem Himmel nicht entgehen lassen wollten.

Der Wunsch Milch haltbar zu machen, führte schon vor hunderten von Jahren eher zufällig dazu, dass diese geronnen ist und Käse entstand. Ob der schon so wohlschmeckend war wie jener, der beim Kaiserwinkl Kasfest auf den Tisch kommt, darf bezweifelt werden. Der etwas strengere Geruch einiger Käsesorten lässt auch heute noch so manchen die Nase rümpfen, doch darüber können die wahren Käsefreunde nur lächeln – und weiter genießen.

Beim Kaiserwinkl Kasfest am 16. Mai am Dorfplatz von Kössen trafen Geruch und Genuss wieder aufeinander und wurden umrahmt von traditionellem Handwerk, unverstärkter Volksmusik, engagierten Freiwilligen, die das Fest ermöglichten und vielen gut gelaunten Besuchern. Auch wenn die Temperaturen anfangs etwas kühl waren, kamen die Besucher zahlreich, denn wer will sich so eine Käsevielfalt schon entgehen lassen.

Musik vom Feinsten spielten die acht Musikgruppen, die immer wieder ihren Standort wechselten

Der erste Fassanstich für TVB-Geschäftsführerin Katrin Pühringer ließ das Bier mit dem ersten Schlag laufen
Ob Suppe, Spatzl oder Brot – die Käsegerichte waren vielfältig und sorgten für Schlangen an den Standln

Tradition mit Niveau – das Kaiserwinkl Egaschtfest

Wenn der erste Schnitt des frischen Grases getätigt und das Heu davon eingebracht war, dann wurde früher gefeiert. Schließlich sicherte die Egascht-Mahd den ersten Teil der Wintervorsorge. Dieser Tradition blieb man im Kaiserwinkl treu und am Pfingstsonntag wurde in Walchsee zum Egaschtfest eingeladen.

Strahlender Sonnenschein und sommerliche Temperaturen brachten jede Menge Besucher auf das Festareal beim Fischerwirt. Erstmals hat man einen großen Teil der Organisation an die örtlichen Vereine abgegeben und TVB-Geschäftsführerin Katrin Pühringer schwärmte davon, wie gut diese Zuständigkeitsaufteilung funktioniert hat.

Zur Eröffnung des Festes marschierte die Bundesmusikkapelle Walchsee ins Festzelt ein und lud mit bekannten Klängen zum Frühschoppen ein. Die offizielle Eröffnung fand mit dem Fassbieranstich durch OK-Chef Christian Waldner, Katrin Pühringer und Aufsichtsrat Georg Kaltschmid statt. Besonders hörenswert waren der Ebbser Kaiserklang und die Klobensteiner, doch ein Höhepunkt war auch der Umzug der alten Feuerwehrautos, der von zahlreichen Besuchern entlang der Straßen interessiert verfolgt wurde. Zum Egaschtfest gehören auch die unterschiedlichen Handwerker und künstlerischen Gestalter, deren Werke viele Abnehmer fanden.

Kaiserwinkl Sommernachtstraum

Von 8. Juli bis 26. August ist wieder jeden Mittwoch ab 19:00 Uhr chillige Stimmung bei der Seepromenade in Walchsee angesagt. Beim Kaiserwinkl Sommernachtstraum treffen Feierabend, Foodtrucks, DJ-Beats und Cocktailbars aufeinander. Jongleure, Luftballonzauberer und Seifenblasenkünstler sorgen für staunende Gesichter und beste Unterhaltung direkt am See. Pack die gute Laune ein und ab geht’s zum Sommernachtstraum. Aber Achtung: ab heuer gibt es keinen Ersatztermin bei Schlechtwetter. Also immer mittwochs auf gutes Wetter hoffen.

Natürlich gibt es wieder den beliebten Kaiserwinkl-Shuttlebus, der Besucher kostenlos zur Veranstaltung und sicher wieder nach Hause bzw. in die Unterkunft bringt – von Schwendt bis Rettenschöss.

Einladung zur kreativen Sommerwerkstatt

Die „Kreative Sommerwerkstätte“ des TVB Kaiserwinkl ist ein ganz besonderes Kinderprogramm, welches sich seit vielen Jahren bewährt. Es gibt über 20 Programmpunkte, die jedes Kinderherz höher schlagen lassen. Unter qualifizierter Betreuung können selbst die Kleinsten allerlei erforschen und entdecken. Das breitgefächerte Angebot reicht von Aktivitäten mit der ganzen Familie wie z. B. Lama-Spaziergängen, Abenteuer Alm, Familie auf der Pirsch bis hin zu actionreichen Beschäftigungen wie Kids-Canyoning und einem Bogenschießen-Workshop.

Bitte um rechtzeitige Anmeldung in den Infobüros unter Tel.: +43 501 100. Der Beitrag pro Aktivität beträgt 15 € pro Person; mit der Kaiserwinkl-Card 9 € pro Person. Die Termine und Programmpunkte bitte der Webseite des TVB Kaiserwinkl entnehmen. www.kaiserwinkl.com